Freitag, 2. Januar 2009

Schneeabenteuer in pucon


so, liebe leute, da bin ich wieder nach langer zeit des schweigens, es ist viel passiert und nie hatte ich zeit zu schreiben oder computer zur verfuegung. jetzt bin ich in buenos aires zurueck, weil sonntag geht mein flug nach peru. nach chile bin ich nach pucon im sueden weitergefahrn, habe in heissen quellen gebadet, bin vulkan villarica hochgeklettert, der so hoch war, dass oben schnee drauflag und hab mich an einen bergsee-strand gesetzt. mein hostel in pucon war voll von israelis, ich war die einzige nicht-israelitin und so kann ich jetzt ein paar worte hebraeisch und weiss, wie man hanukka feiert, um die gleiche zeit wie weihnachten, aber 8 tage lang und es faengt eher an. habe mit all den isreelis kerzen angezuendet, so selbstgebackene israelische hanukka-marmeladendonuts gegessen und versucht, auf hebraeisch hanukkalieder zu singen oder wenigstens meinen mund im richtigen takt auf- und zuzumachen. nur manchmal irgendwie ein doofes gefuehl, in einem land, dessen sprache man jetzt eigentlich kann, nichts zu verstehen, weil alle um einen herum hebraeisch reden. ich bin trotzdem in dem hostel geblieben, weil ich festgestellt habe, dass auch alle anderen hostels in dem ort genauso voll von israelis waren. auf der vulkantour war ich ebenfalls allein unter israelis. ich hatte eigentlich gedacht, dass das eine ganz normale touritour sei, die jeder mitmachen koennte und die nicht sonderlich anstrengend sei. alle, die von diesem vulkan wieder runterkamen, waren hellauf begeistert und meinten, es waer super gewesen. das einzig schlimme, was ich vorher schon wusste, war, dass es um 5 uhr morgens losging, fand aber, das muesste mal zu schaffen sein. morgens bekam ich dann erstmal 10 kilo schwere wanderschuhe an die fuesse, nen dicken schneeanzug, unter dem ich noch 10 pullis anhatte, so dass ich aussah wie ein dicker schneeball und mich kaum noch bewegen konnte. dann noch den rucksack mit dicker wasserflasche und essen drin aufgeschnallt, skistoecke und eispickel ins gepaeck und los gings. meine mitwanderer waren fast nur jungs, kamen alle gerade frisch trainiert aus der israelischen Armee und waren dementsprechend schneller als ich. ich war unglaublich dankbar, dass ein noch dicker aussehenderes maedel als ich mit war, das genauso der gruppe hinterherkrueppelte wie ich. man musste ganze 5 (!!!!) stunden den vulkan hochklettern, natuerlich fing man unter seinen 20 schichten sofort an zu schwitzen und musste immer wieder anhalten, rucksack abstellen, sachen ausziehen und einpacken, aufpassen, dass der wind die nicht wegpustet, und spaeter, wenn einem wieder kalt wurde, alles wieder auspacken und anziehen. ich musste noch zusaetzlich aufpassen, dass ich nicht bei jedem ein- und auspacken die bananen und pfirsiche zerquetsche, die ich als essen mithatte, also fischte ich sie immer zuerst mit meinen fetten fausthandschuhen aus dem rucksack, um sie nachher wieder sorgfaeltig ganz oben drauf zu legen. das bloede war, dass die pausen zum essen immer gerade dann vorbei waren, wenn ich mit haengen und wuergen die gruppe wieder erreicht hatte und ich direkt weiterwandern musste. so habe ich den kompletten obstmarkt in meinem rucksack erst gegessen, als wir wieder unten angekommen waren...das wandern war ziemlich grosses leiden, an einigen stellen habe ich mich selbst und meine scheissidee verflucht, je diese tour angetreten zu haben. man musste seinen fetten klotzschuh vor jedem schritt so ins eis rammen, dass man halt hat und nicht den ganzen vulkan wieder runterschliddert. fast alle sind irgendwann mal abgerutscht und die muehsam hochgekletterten meter mussten nochmal geklettert werden. ausserdem hatte man nach dem rutschen immer den ganzen schnee in den hosenbeinen und war schnell relativ klitschnass. die aussicht oben war dann allerdings schon sehr sehr schoen, man konnte ueber das ganze patagonische seengebiet gucken, die anden sehen und sich gut fuehlen, dass man es so weit geschafft hatte. leider konnten wir die sicht nicht soo lange geniessen, weil dann kamen die dicken wolken und schoben sich dazwischen. ausserdem wurde einem kalt, sobald man sich nicht mehr bewegte. der rueckweg war dann das beste der ganzen geschichte, jeder bekam eine rutschunterlage, so eine art stabile plastiktuete zum an den beinen festschnallen und dann konnte man eine laange eisrutsche wieder runterrutschen, wie super. unten musste ich feststellen, dass sich der eispickel ganz fies in einen der pfirsiche gebohrt hatte, der arme war voellig zermatscht und hatte sich komplett im rucksack verteilt. aber das war dann irgndwie egal, hauptsache, man war heile wieder unten...
ja das war mein schneeabenteuer, ich war ehrlichgesagt froh, wieder unten in der waerme zu sein und werd so schnell nirgendwo mehr hochklettern, aber ein erlebnis, ich hoffe, euch bald fotos hochladen zu koennen...

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